Es ist vollbracht.


Eggendorf, ein kleines beschauliches Dorf im Herzen Niederösterreichs, 27. Dezember ungefähr halb 12 abends. Augen schließen. Tief durchatmen. Buch schließen.
Das letzte von 52 Büchern ist gelesen. Ich halte es noch in den Händen und kann eigentlich gar nicht so richtig verstehen, was da gerade passiert ist. Ich fühle mich, wie ein Suchender, der seit Tagen, Wochen, Monaten auf der Jagd nach dieser einen Sache ist, er sucht weiter und weiter, obwohl er eigentlich schon die Hoffnung aufgegeben hat, es ist zur Gewohnheit geworden, der Erfolg ist schon zur Nebensache geworden, doch sein Ego lässt nicht zu, dass er aufgibt. Sein Herz ist rastlos, und doch leer. Und plötzlich… plötzlich hält er es in der Hand. Zufällig ist er drüber gestolpert und im ersten Moment erkennt er es gar nicht, er hat gar nicht erwartet es zu finden. Doch da ist es. Hier. In seinen Händen. Und er braucht bis er realisiert was gerade passiert ist. Er ist am Ende. Am Ende seiner Reise. Es ist vollbracht.
Vielleicht nicht ganz so dramatisch, aber so in etwa habe ich mich gefühlt, als ich das „Das Mahl des Lammes“ zugeschlagen habe. Eine Reise geht zu Ende.

Und weiter? 


Ich habe lange überlegt, ob ich mich 2018 wieder einer 52in52 Challenge stellen soll. Da gibt es auch schon etwas ganz konkretes, das in meinem Kopf herumschwirrt, ich merke jedoch mein Herz und mein Kopf brauchen noch bisschen Pause, bevor ich mich in das nächste Abenteuer stürze. 
Einer meiner großen Träume ist, dass aus „meinem“ Projekt, aus „meiner“ Challenge ein „UNSER“ wird. Das bedeutet, ich würde es genial finden, wenn aus diesem Projekt eine echte Community entsteht in der jeder sein ganz persönliches 52in52 hat.
Eine Community die sich herausfordert und die provoziert, ein Community die hilft und unterstützt, eine Community die daran interessiert ist dem anderen in seinem persönlichen Wachstum, in der Weiterentwicklung seiner Talente, zu helfen.

Und da seid jetzt ihr gefragt. Jeder einzelne von euch. Was wäre wenn jeder ein 52in52 hat und wir uns dabei gegenseitig anspornen, antreiben, in den Hintern treten und gleichzeitig miteinander wachsen. Wir uns für den anderen freuen und alle etwas dazulernen.

Ich glaube, dass dieses 52in52 gar keine große Sache sein muss. Einmal die Woche meine Großeltern anrufen und fragen wie es ihnen geht. Einmal die Woche 100 Sit-Ups machen. Einmal die Woche in Österreich einen 3000er besteigen (wir haben über 900, also es gibt wirklich genug ;) ). Einmal die Woche an deinem Buch weiterschreiben. Einmal die Woche ein Instrument spielen. Einmal die Woche eine neue Freundschaft schließen, oder eine alte pflegen. Einmal die Woche ein Video drehen. 52 Dinge aufschreiben, die du nicht an dir magst (falls du so viele Dinge hast) und bewusst daran arbeiten. Einmal die Woche mit jemanden über Jesus sprechen.

Die Liste geht quasi unendlich lang weiter.

Wäre es nicht unglaublich bereichernd, inspirierend, magisch für jeden von uns, all diese 52in52 miteinander zu teilen?!


Und für mich? 


Ihr habt ja schon bemerkt, dass ich für diesen „letzten“ Beitrag ( im Laufe der nächsten Zeit wird es ein oder mehrere Blogeinträge geben, in dem ich über ein paar Zahlen, Daten, Fakten und Tops schreiben will) ziemlich lange gebraucht habe. Kurz nach Weihnachten, nachdem ich die letzte Seite gelesen habe, ging es für mich nach Israel für 10 Tage. Und ich war einfach nur froh, dass es vorbei war. Denn ganz ehrlich, es war echt auch eine Qual haha. Ich habe es unglaublich genossen, aber ich habe auch bemerkt, dass ich mich jetzt freu einfach ein Buch lesen zu können, weil es mir Spaß machen, weil ICH es möchte und nicht weil ich muss.
Diese Challenge möchte ich aber auf gar keinen Fall missen. Es war einer der GENIALSTEN Sachen derer ich mich in meinem Leben gestellt habe. Und es ist ein bisschen so, wie mit einem gebrochenen Bein, die Erfahrung ist ganz nett und spannend, aber es muss nicht zwingend ein zweites Mal geben. ;)

Eine Freundin hat mich gefragt „ Was war die stärkste Erfahrung deiner Challenge?“ und ehrlich gesagt kann ich diese Frage nicht beantworten.

Ich habe jetzt nochmal bisschen drüber nachgedacht… Und eigentlich war die stärkste Erfahrung, dass ich keine übertrieben starke Erfahrung gemacht habe.
Natürlich habe ich vieles von den Büchern gelernt die ich gelesen habe. Natürlich war ich glücklich als ich das 52. Buch gelesen habe. Natürlich war es spannend zu sehen, dass prinzipiell alles möglich ist, wenn ich nur will. Natürlich habe ich mich kurz wie der König meiner Welt gefühlt, als ich fertig war. Natürlich habe ich viele spannende Gespräche über Gott, die Welt, und das Lesen geführt, auf Grund meiner Challenge. ABER. Hier kommt das große ABER. Ist das ALLES? Bin ich zufrieden? Bin ich endlich mal zufrieden? Zufrieden mit mir selbst? Bin ich glücklich? Bin ich glücklich, über das was geschafft ist? Ist diese Sehnsucht nach Aufmerksamkeit und Anerkennung gestillt?
Ich kann jeder dieser Fragen ein kleines JA abgewinnen. Aber am Ende des Tages, ist all das nicht genug (zumindest bei mir) um diese Lücke, die es in meinem Herzen gibt, die Lücke die schmerzt und eine Leere hinterlässt, die Lücke die sich nach Mehr und Mehr und MEHR sehnt, zu füllen. Diese Lücke mit meiner Leistung und meiner Anerkennung zu stopfen, es hat nicht funktioniert. Ich bin mir immer noch nicht genug. Es ist noch immer nicht genug. Aber, es gibt da einen, ich nenne ihn Gott, der genau das tut, wenn ich will. Ohne, dass ich etwas leiste, ohne, dass ich etwas beweisen muss. Ohne, dass ich etwas tun muss. Sondern einfach so. Einfach, weil ich, ich bin. Weil ich bin. Weil ich war. Und weil ich sein werde.
Und, wenn ich diese 52in52 Challenge nur deshalb gemacht habe, um das wieder ein Stück mehr zu begreifen, dann, ja, dann war es das wirklich wert.

Ich möchte das vergangene Jahr damit nicht schlecht reden, denn es war wirklich einer der GENIALSTEN Erfahrungen meines Lebens, sondern ich möchte betonen, dass es nicht darum gehen soll, mehr zu leisten als jemand anderer, besser auszusehen, mehr zu lesen, etwas zu erreichen, es geht nicht darum zu versuchen seines eigenen Glückes Schmied zu sein, besser zu sein als jemand anderer.
Nein. Es geht um darum glücklich zu sein. Wachsen. Lernen. Das Leben genießen. Sich lieben lassen. Lieben. Leben in Fülle. Neues probieren.

Ich möchte uns echt ermutigen. Probieren wir neues aus. Lasst uns Dinge tun die wir immer schon mal machen wollten, für die wir uns aber nie Zeit genommen haben, und wenn du dich echt einer 52in52 Challenge stellen willst, würde ich mich voll freuen, wenn du mir bescheid sagst und wir gemeinsam eine Teil dieses Weges gehen. Lass uns gemeinsam eine Community bilden, in der nichts unmöglich und Wunder normal sind.


Danke an euch alle, die ihr euch Zeit genommen habt, diesen Blog zu lesen. Es war mir mehr als nur eine große Ehre.

Sascha







P.S.: Wenn ihr Feedback habt, nur her damit.