To Rome with Love

Da hat man insgesamt 25 Stunden Busfahrt vor sich, nimmt drei Bücher mit, das vierte hat man sehr widerwillig und mit großen Zweifeln, ob das dann eh nicht zu wenig zu lesen ist, aus platz- und gewichtstechnischen Gründen, aus dem bereits gepackten Rucksack wieder ausgepackt und dann steigt man aus dem Bus aus und realisiert, man hat stolze zehn (man darf die Zahl noch nicht mal als Zahl ausschreiben, schon echt traurig) Seiten gelesen. 
Ist gottseidank nur einem Freund *hust*, dieses Wochenende passiert.

Dementsprechend hat sich auch die Liste der gelesenen Bücher dieses Freundes *hust* nicht verändert. 
Naja, man kann halt nicht alles im Leben haben.

Sonntag Abend, Zagreb, Studentenwohnheim. Was war passiert?
Besagter Freund, machte sich Freitag abends gegen 21 Uhr mit dem Bus von Zagreb auf den Weg nach Rom. Nach einem wundervollen Gespräch mit dem, in Salerno, Italien, studierenden Pakistani Abdul bis tief in die Nacht, und einer (Selbst-) Einladung nach Pakistan, wurden, verehrte Leser bitte halten Sie sich jetzt gut fest, denn gleich geht es rund, ganze drei, ich wiederhole, drei, ja wirklich DREI Seiten gelesen. Danach fiel besagtem Freund das Buch aus der Hand.

Samstag Abend 20:30 Uhr, Schauplatz Rom Busbahnhof. Ganze 11 Stunden nach der Ankunft geht es für besagten Freund schon wieder zurück nach Zagreb. Verrückt mögen manche sagen, ist er noch ganz bei Trost möchten wieder andere fragen und manch einer schüttelt bloß den Kopf.
Priesterweihe. Das ist die fehlende Aha.
Ein Ding, das einen Mann von einem Moment zum anderen, verwandelt. Total. Kompromisslos. Für Immer. Himmel auf Erden. Und Erde im Himmel. Geheimnis. 33.

Busfahrt Rom -Zagreb. Besagter Freund sitzt im Bus und muss tief ein- und ausatmen. Ganze sieben, ja sieben, geneigte Leser, es waren tatsächlich sieben (vielleicht aber auch acht) Seiten später, kann er nur das Buch weglegen, denn die Ereignisse der letzten Stunde hallen nach. Nein hallen ist ein falscher Ausdruck. Zu klein. Zu schwach. Eher ein Prallen. Zwei Welten die mit brachialer Gewalt aufeinander prallen. Das Geräusch, die Erschütterung, die Kraft dahinter, überwältigend.


Wer denkt da noch an lesen?!
Zurück in Zagreb. Studentenwohnheim. Sonntag Abend. Vier Bücher fehlen noch, aber zwei wird der gute Freund vermutlich noch heute fertig lesen.

Die anderen kommen auch noch dran.