What If... Und falls ja, was dann?


„Wenn das Wörtchen „Wenn“ nicht wär, wär ich heut schon Millionär.“ - Hätte ich bei jedem Mal, als mein Papa diesen Satz gesagt hat, 1€ bekommen, ja, dann wäre ich vermutlich heute wirklich Millionär.

Ich glaube, nein ich weiß, dass das einer seiner Lieblingssätze ist. Er wollte, dass wir nie im Konjunktiv leben. Sondern im hier und jetzt. In diesem Moment. Ganz bewusst. Das ist was zählt. Alles andere sind nur Hirngespinste und führen zu nichts. Mein Papa war da ganz konsequent, humorvoll aber kompromisslos. Und ich bin ihm noch heute irrsinnig dafür dankbar. Also an dieser Stelle: Papa danke. Du bist der Beste.

Was wäre jedoch, wenn dem nicht so wäre…


Wir verwenden die Aussage „was wäre wenn…“ normalerweise um vertanen Gelegenheiten, wie falsche getippte Lottozahlen, nachzuweinen. Oder um uns über „falsche“ Entscheidungen, wie „warum habe ich Blödmann nicht nach ihrer Nummer gefragt“, zu ärgern.
Was würde jedoch passieren, wenn wir, anstatt uns mithilfe von „was wäre wenn…“ unserem Ärger und unserem Bedauern Luft zu machen, beginnen großes, ja riesiges, unmögliches zu denken/zu glauben/zu träumen?!

„Gwendys Wunschkasten“ war mein erster King. Die klein dicke, 14-jährige Qwendy bekommt in den Sommerferien vom geheimnisvollen Mr. Ferris einen, ebenso geheimnisvollen, Kasten geschenkt. Die zwei scheinen sich nicht zu kennen, doch Mr. Ferris weiß um Gwendy. Weiß um ihre Probleme.
In der Schule wird sie nicht wahrgenommen oder sogar gemobbt. Doch das soll sich ändern.  Gwendy geht jeden Tag laufen. Sie will in Form kommen und ihre Spitznamen ablegen bevor sie in die Highschool kommt.
Der Kasten ist ein Wunschkasten. Er hat Schalter und Tasten. Grün, Rot, Schwarz. Jeder hat eine andere Funktion. Mr. Ferris erklärt ihr, dass die rote Taste ihr alles erfüllt, was sie sich wünscht. Doch sie soll dabei sehr vorsichtig sein… Tief in ihrem Inneren spürt Gwendy, dass diese Taste nichts Gutes verspricht. Sie kann es ganz genau fühlen, diese Taste sorgt für Unheil. Er erfüllt ihre Wünsche, gut und nicht so gut.
Neue Schule. Neue Lehrer. Neue Gwendy. Sie hat sich verändert. Sie ist beliebt. Sie sieht gut aus. Und sie weiß der Kasten ist schuld. Sie weiß zwar nicht wie, aber sie weiß es. Sie muss gar nichts tun. Er kümmert sich darum.
Geschichtsstunde. Schüler dürfen der Lehrerin alle Fragen stellen. Es kommen Fragen wie „Was wäre wenn Deutschland Polen nicht angegriffen hätte?“, „Was wäre wenn die Boston Tea Party nicht passiert wäre?“, „Was wäre wenn die Nazis den Krieg gewonnen hätten?“. Und dann kommt Gwendys Frage „Was wäre wenn Sie jeden Menschen töten könnten, wenn würden Sie umbringen?“.


Nicht nur ich musste schlucken, als ich die Frage gelesen habe.

Aber warum bringt uns so eine Frage in solch Bedrängnis!? Warum wagen wir es nicht, solche Fragen zu stellen?! Obige Frage ist ein sehr negatives Beispiel einer „Was wäre wenn“-Frage. Doch ganz unabhängig von negativ oder positiv, warum schrecken wir so davor zurück uns zu fragen, was wäre wenn.
Ich glaube in unserer Zeit sind Träumer verpöhnt. Werden bestenfalls belächelt. „Ach das schafft er doch sowieso nicht.“, „Das ist doch alles Blödsinn.“, „Das bildet er sich alles nur ein.“


Und was wenn nicht..

Ich realisiere mehr und mehr in meinem Leben, wie sehr ich mich selbst einschränke, wenn ich nicht wage Großes zu denken. Ich könnte die größte Chance meines Lebens verpassen, nur weil ich nicht mal den Mut habe über eine Sache nachzudenken. Sie zumindest in meinem Kopf durchzuspielen. Und dann, auch falls sie noch immer total verrückt klingt, auch zu tun.

Ich habe euch ja schon letzte Woche vom Hörbuch „Einfach Gebet“ erzählt. 12 Trainings um einen bewussten Alltag zu leben.
Und hier kommt die Frage aller Fragen. „Was wäre wenn wir, in jedem Augenblick, in totaler Fülle leben? Was wäre wenn wir ganz im hier und jetzt sind? Was wäre, wenn all das wahr ist? Was wäre, wenn ich all das Verrückte glaube? Was wäre wenn es Ihn, diesen Gott wirklich gibt? Was wäre, wenn ich JA sage? Was wäre wenn, …“