Zurück zum Ursprung

Nach dem unglaublichen Erfolg meines letzten Blogeintrags, der noch dazu mit Fehlern überhäuft war (habe ihn gerade gelesen, war wirklich schlimm), versuche ich das als kleinen Wink mit dem Zaunpfahl zu deuten und mich bisschen kürzer zu halten.

Das Jahr und meine Challenge neigen sich nun wirklich dem Ende zu. 4 Bücher fehlen, und ebenso viele lese ich gerade. Als ich diesen Blog begonnen habe, war das Ende echt noch in weiter ferne. Ein erfolgreiches, eigentlich utopisch. Habe gerade nachgesehen und seit ich in Zagreb bin (also knapp unter 2 1/2 Monate), habe ich 17 Bücher gelesen. Wuhuuuuuu.

Heute, Sonntag, sind es also noch genau 3 Wochen, dann ist dieses Jahr 2017 vorbei. Ich bin schon ein bisschen in Rückblicksstimmung, aber dafür ist es noch zu früh.

Diese Woche möchte ich zum eigentlichen Sinn dieses Blogs zurückkommen. Das Lesen. Seit Montag habe ich drei Bücher fertig gelesen. Das erste war „Das Handbuch des Kriegers des Lichts“ des brasilianischen (Möchtegern)-Mystikers und weltweit gefeierten Autors Paulo Coelho. Ich mag seinen Schreibstil eigentlich wirklich gern, und anscheinend teile ich diese Meinung mit vielen anderen. Gleichzeitig gibt es auch viel Kritik an seiner Person.
Wie das „Möchtegern“ in der Klammer bereits andeutet, ist der spirituelle Aspekt seiner Bücher auch der meistkritisierteste. Ich kann es gut verstehen, gleichzeitig, finde ich es aber auch bewundernswert, auch beim Handbuch, wie Coelho über Mystisches spricht und trotzdem nicht wie ein Prediger klingt, sondern mit einer Selbstverständlichkeit darüber schreibt, wie ein Meteorologe über ein bevorstehendes Unwetter. „Das Handbuch des Kriegers des Lichts“ fand ich ganz nett um zwischendurch mal paar Seiten zu lesen, aber Coelho schafft es ganz sicher nicht in die Top 10.

Das zweite Buch der Woche war „Why the Cross?“ von Edward Leen. Ein britischer Priester aus dem 20. Jahrhundert, der versucht zu erklären, welche Bedeutung Jesus Christus Tod für die Existenz der Menschheit hat.
Dieses Buch war wirklich tough für mich. Es hat als meine „geistige Lektüre“ gedient, d.h. ich habe mir jeden Tag bewusst 15 Minuten Zeit genommen um dieses Buch zu lesen und mich geistlich weiterzuentwickeln. Der Inhalt des Buchs ist wirklich gewaltig. Sehr tief, bewegend, (fast schon) provozierend, aber auch komplex, philosophisch, hoch. Leen verwendet eine schwierige Sprache. Die 15 Minuten waren oft anstrengend, weil ich mich total konzentrieren musste, um zu verstehen, was er überhaupt schreibt. Dass es auf Englisch war, hat es natürlich nicht leichter gemacht. Das Buch meine Sicht auf Schmerz und Leid verändert, denn Leen unterstreicht folgenden Aspekt sehr deutlich, wir können leiden, wir können Opfer bringen, Dinge aufgeben, Schmerz empfinden und trotzdem glücklich sein. Er sagt ganz klar, dass es im Glauben (im Speziellen an Jesus) nicht um ein Glücklich sein/werden durch die völlige Befreiung aller irdischen Lasten/Probleme/Sorgen geht, sondern dass wir durch den Glauben TROTZ der irdischen Lasten glücklich sein können.

Ein bisschen Spaß muss sein


Das dritte im Bund war „Das Jahr des Gärtners“ vom tschechischen Autor Karel Capek. Kleine Notiz am Rande: Die Tschechen sind besonders stolz auf Capek, weil er das Wort „Roboter“ erfunden hat. Also, wenn ihr einem tschechischen Freund eine Freude bereiten wollt, dann erzählt ihm von Capek. 
Das coole an Capek ist, dass viele seiner Bücher gratis als E-Book zu finden sind. (Deshalb habe ich mich spontan entschlossen eines von ihm zu lesen. ;) ) 
Keine Ahnung wie es euch so damit geht, aber ich habe Tschechen nie als Personen mit besonderem Humor gesehen, Capek ändert diese Sichtweise. 
Wie der Titel verrät, erzählt das Buch, was alles ein Gärtner in einem Jahr zu erledigen hat - gießen, Blumen einsetzen, umgraben, neue Blumen bestellen, etc… Und er tut das mit wahrlich großem Witz. Zusätzlich finden sich noch zahlreiche kleine Illustrationen seines Bruders im Buch, die mich zum Schmunzeln gebracht haben. Falls ihr gärtnert ist das Buch eigentlich eine Pflichtlektüre. 
Die Freundin, die mir das Buch empfohlen hat, hat ganz passend angemerkt, dass man wahrscheinlich als echter Gärtner bzw. garten-affine Person sich kugelt vor lachen. Es ist nämlich mit wirklich viel Selbstironie geschrieben. Auszug gefällig? 

„Der Gärtner-Mensch ist ein Produkt der Kultur und keinesfalls einer natürlichen Entwicklung. Wäre er nämlich von Natur aus entstanden, sähe er anders aus, vor allem hätte er Beine wie ein Käfer, um nicht hocken zu müssen, und besäße Flügel, einerseits der Schönheit wegen, andrerseits, um über seinen Beeten schweben zu können. Wer es nicht erlebt hat, ahnt nicht, wie die Beine dem Menschen hinderlich sein können, wenn er nicht weiß, wo er sie hinstellen soll, wie überflüssig lang sie sind, wenn man sie unter sich zusammenlegen muß, wie unmöglich kurz sie sind, wenn man das andere Ende des Beetes erreichen will, ohne dabei auf das Pölsterchen des Mutterkrauts oder einer aufknospenden Akelei zu steigen. Da möchte man am liebsten an einem Riemen angeschnallt sein und sich über den Kulturen hin und her bewegen können, oder wenigstens vier Hände haben und darauf einen Kopf mit einer Mütze und sonst nichts; her bewegen können, oder wenigstens vier Hände haben und darauf einen Kopf mit einer Mütze und sonst nichts; oder ausziehbare Gliedmaßen, ähnlich einem photographischen Stativ. Da jedoch der Gärtner äußerlich ebenso unvollkommen erschaffen ist wie ihr andern, bleibt ihm nichts andres übrig, als zu zeigen, was er kann: auf der Spitze eines Fußes balancieren, wie eine zaristische Balleteuse schweben, die Beine vier Meter weit grätschen, leicht wie ein Schmetterling oder eine Bachstelze den Boden berühren, auf einem Quadratzoll Platz haben, allen Gesetzen von den geneigten Körpern zum Trotz das Gleichgewicht erhalten, alles erreichen und allem ausweichen und zu alledem noch bemüht sein, eine gewisse Würde zu wahren, damit ihn die Leute nicht auslachen. Allerdings bei einem flüchtigen Blick aus der Ferne seht ihr vom Gärtner nichts als das Hinterteil; alles übrige, wie der Kopf, die Hände und die Beine, befinden sich einfach unter ihm.“
Capek, Karel. Das Jahr des Gärtners (German Edition) (Kindle-Positionen404-416). Kindle-Version.
Die Illustration findet ihr als Titelbild.

Und sonst so?



Ja sonst so, 4 Bücher 21 Tage, „ Lead“ von Karl Martin, „Just Walk Across the Room“ von Bill Hybels, „Der unsichtbare Apfel“ von Robert Gwisdek, „Das Mahl des Lammes“ von Scott Hahn, aber darüber beim nächsten Mal mehr.